Die Drachen
Die Drachen


So möchte ich euch an dieser Stelle von den Drachen berichten, den sagenumwogenen, gewaltigen Geschöpfen voller Macht und Magie, den Herrschern der Lüfte und tiefsten Katakomben. Drachen, jene Wesen die Ruhm, Glanz und Glück aber auch Verderben, Tod und Untergang nach sich ziehen. Drachen sind die Beschützer ganzer Nationen oder deren Zerstörer. So hört nun was uns von den Drachen überliefert ist.

Nachdem es sich begab das die Dunklen Götter aus Luminor verstoßen wurden in die tiefsten und unsagbarsten Abgründe zu deren Vorstellung unser Verstand kaum in der Lage ist, in eine Welt die sie später Tenur heißen sollten, da gebaren sie in ihrem Zorn und Hass gegen jene die sie verbannt hatten ein machtvolles Wesen. So geschah es auch, dass die Dunklen einen großen Teil ihrer Schöpferkraft einbüßten, denn ohne es zu wissen übertrugen sie jene auf dieses Wesen welches aus ihrem Hass am entstehen war.

Das Wesen von dem ich spreche ist Chaosdrache, der älteste aller Drachen und seine Macht ist jener der Götter ebenbürtig. So gewaltig ist er, dass man seine riesigen Umrisse im Nachthimmel zu erblicken vermag. Während die Dunklen Götter in ihrer Welt gefangen waren und ihnen die Heimkehr nach Luminor unmöglich war, denn sie konnten den Raum nicht durchschreiten, da sahen sie voll Erstaunen das es dem Chaosdrachen nicht versagt blieb. Er konnte zwischen den Welten reisen, zwischen Tenur, ihrer jetzigen Heimat und zwischen Luminor, der Welt der lichten Götter.

Da sandten sie ihn aus er möge Luminor suchen und wenn er es denn finde, so möge er dort alles verheeren und versuchen Portale zu errichten welche ihnen, den Dunklen, ebenfalls wieder zutritt verschaffen mögen. Und der Chaosdrache tat wie ihm geheißen. Er breitete seine mächtigen Schwingen aus und bewegte sich durch den Äther... Äonen lang bis er das fand was er so lange gesucht. Luminor, die Heimat der Lichten, der Menschen, der Zwerge und Orks, der Dunkelelben und Hochelben. Uns so ließ er sich nieder und sein Antlitz verdunkelte Lucilias helle Scheibe.

Doch der Chaosdrache war gerissen. Er begann nicht sogleich sein Werk der Zerstörung. Er schuf aus sich heraus, denn er war des Schöpfens mächtig, Wesen welche im glichen. Kleiner waren sie natürlich und besaßen nicht seine göttliche Macht aber es waren viele und schrecklich war ihre Kraft trotz allem. Und so waren die Drachen geboren.

Das erste Exemplar welches der Chaosdrache erschuf war der rote Drache. Er erhielt gewaltige körperlichen Kräfte, beherrschte das Feuer meisterlich und war der größte unter seinen Brüdern. Sein Charakter war voller Jähzorn und Vernichtungswut, die Eigenschaften Cadarex tragend war sein Name Iragendron.

Der zweite war der schwarze Drache. Körperlich war er am schwächsten doch die Magie Tenurias pulsierte stark in seinen Adern und schwarzer Pesthauch war sein Odem. Er, der größte Magier unter den Drachen war heimtückisch und verschlagen und sein Name war Atranox.

Der dritte Drache den er schuf war der blaue, der Schwindler und Lügner, seinem Bruder dem Schwarzen nicht unähnlich. Er erhielt die Macht über das Eis und die Kälte und große Gewandtheit ist es, die man ihm zuschreibt. Sein Name lautete Carugolor.

Der letzte den der Chaosdrache schuf, war der grüne Drache, der den giftigen Odem Valiksharas spie und sowohl Kraft als auch Schnelligkeit in sich vereinte. Er wiederum glich seinem roten Bruder mehr denn sein Handeln war mehr von Wut bestimmt. Er wurde Virovenar geheißen.

Diese vier, welche man die Alten Drachen nennt, zogen nun in aller Heimlichkeit aus und ein jeder errichtete sich seinen gut verborgenen Hort auf Luminor. Dort legten sie Eier aus denen weitere Drachen ihrer Art schlüpfen würden, wie dies sein kann, weiß kein Gelehrter, doch vermutet man die sie den Samen des Bösen in sich tragen und daher ein Leben lang gebären können. Doch sind die vier alten die einzigen die dazu in der Lage sind, denn jene Drachen die schlüpfen vermögen keine Nachkommen mehr zu zeugen.

Während sich die alten vier also zurückzogen begann der Chaosdrache sein unheiliges Werk Luminor aus seinen Fugen zu reißen. Dies jedoch sahen die Urgötter und sie wussten daß das Gleichgewicht der Welt niemals auf solche Art und Weise gestört werden darf und so griffen sie ein letztes mal ein und erschufen ein Wesen ebenbürtiger Macht welches der Himmeldrache war. Und dieser schwang sich auf seinen Kampf gegen den Finsteren zu schlagen um ihn in die Flucht zu treiben bevor all das Schöne was die Sieben errichtet hatten dem Untergang geweiht war. Und so fochten die beiden Drachen gegeneinander und dort wo sie kämpften wurden Bergspitzen von ihren Schwänzschlägen hinweggefegt und Meere erhoben sich unter ihrem Flügelschlag der gleich Orkanen war. Und unter Hieben taten sich Erdspalten auf und ewig dauerte der Kampf der Titanen bis sie sich in die Sphäre erhoben. Denn beide waren von gleicher Macht und Stäke und nie würde einer über den anderen triumphieren können und so würden sie auf ewig kämpfen. Das Chaosdrache welcher danach trachtet die Welt zu vernichten und der Himmelsdrache der Verteidiger der Welt. So sieht man die beiden Drachen auch heute noch am Nachthimmel kämpfen. Zu manchen Zeiten ist der Himmlische in voller Pracht zu erblicken (Vollmond = Drachenmond) und hat die Oberhand, doch dann wendeten sich das Blatt und man erkennt beide Drachen verschlungen bis völlige Schwärze am Nachthimmel herrscht (Mondfinsternis) und zu jener Stunde hat der Chaosdrache die Oberhand. Und so dauert dieser Kampf seit Äonen und so wird es noch ewig dauern.

Doch die dunkle Brut die der Chaosdrache zurückgelassen hatte begann nun zu schlüpfen und hunderte von Drachen verheerten das Land. Sie verbrannten Häuser und Wälder, verpesteten Äcker und Brunnen, schufen Eiswüsten und Brachland und so schien es die Rechnung des Dunklen sei aufgegangen, denn er hatte seine Saat zurückgelassen und diese würde für immer dort bleiben.

Und die lichten Götter betrachteten dies mit Entsetzen und waren wie gelähmt als sie erkannten was mit ihrer Welt geschah. Doch sie waren ihrer Gabe der Schöpfung nicht beraubt und so kam es das sie gemeinsam Zweierlei taten. Denn dies war die Zeit als Terraquaventus die Elementare schuf, welche von nun an die Wächter der Welt waren auf das niemals wieder eine dunkle Wesenheit Luminor betreten könne. Doch war das Problem der Drachen damit noch nicht gelöst und so opferten einige Götter Teile ihrer Macht um ein Gegengewicht zu den bösartigen Drachen zu schaffen. Sie schufen Wesen welche vom Aussehen gleich waren doch gänzlich anderer Gesinnung.

Lucilia, die Herrin des Lichts und der weißen Magie gebar den goldenen Drachen Aurecodor, den König der guten Drachen und den Hüter der Wahrheit. Iuris der Herr der Gerechtigkeit und des Krieges schuf Agerodon den Silbernen, den großen Krieger des Himmels und Artifex, der das Volk der Zwerge besonders in sein Herz geschlossen hatte und der sah wie die Drachen gerade sie bedrängten schuf den bronzenen Arcorodon und seinen Bruder den kupferfarbenen Aendrius. Und diese vier Alten kämpften von nun an gegen die dunklen Vier uns schafften es den Kampf weg von den Völkern Luminors zu führen.

Heute gibt es nur noch wenige Drachen, denn in ihrem großen Krieg in dem sie gegeneinander fochten starben die meisten von ihnen. Natürlich leben noch die acht Alten, denn sie sind gleich Halbgöttern und sie sind nicht sterblich, doch Drachen der ersten Stunde gibt es kaum noch und Nachkommen erblicken selten das Licht der Welt. Jene die noch leben hausen in den tiefsten Höhlen, haben ihren eigentlichen Auftrag der Vernichtung Luminors vergessen und tragen nur noch den Hass in sich der ihnen angeboren ist. Dort unten horten sie Schätze und zermalmen einen jeden der ihr Reich zu betreten wagt. Die Verteidiger haben sich ebenfalls zurückgezogen, denn auch sie sind nurmehr wenige, doch wachsam ist ihr Auge weiterhin sollten ihre dunklen Brüder sich eines Tages ihres Auftrags entsinnen.

Das ist alles was ich euch berichten kann denn es ist alles was überliefert ist. Sicherlich gibt es noch etliche Quellen die Geschichten erzählen, die von einzelnen Drachen berichten, von Kriegen in denen sie eine Rolle spielten. Sicher gibt es auch einige Drachen von hohem Alter und großer Macht die götzenhaft von einfachen Völkern wie den Orks angebetet werden. Sicher gibt und gab es Lande in denen Drachen sich zu königsgleichen Herrschern, zu Tyrannen gemacht haben doch all dies wäre zuviel um es in meinem Menschenleben niederzuschreiben. Doch was ich schrieb ist die Geschichte und jene behaltet im Glauben.