Die Zwerge
Zwergenguide
Die Geschichte der Zwerge
In grauer Urzeit, dem Zeitalter der großen Leere, gab es nur Vater Erde und Mutter Feuer, und gemeinsam schufen sie den Stein, die mächtigen Gebirge, die kostbaren Erze und prächtigen Juwelen auf der Weltenscheibe.
Vater Erde und Mutter Feuer hatten drei Söhne miteinander. Der erste war das Handwerk, der zweite die Kunst, und der dritte der Kampf.
Schließlich erschufen Vater und Mutter das Volk der Zwerge, die von da an im Berge lebten. Doch den Zwergen fehlte es an Wissen, und sie wussten nicht was sie tun sollten. Da kamen Handwerk, Kunst und Kampf zu ihnen herauf aus den Tiefen der Erde und sie lehrten sie die Kunst des Bergbaus, des Schmiedens und Edelsteinschleifens, und auch die Kunst des Waffenhandwerkes und vieles mehr. So lernten die Zwerge viele Jahrzehnte und sammelten ihr Wissen, und ein jeder vermochte etwas anderes zu tun als sein Bruder - und viele entschlossen sich, eines Tages auszuziehen, etwas von dem zu sehen, was außerhalb des Berges war, und sich anderswo anzusiedeln, denn es wurde zu eng in der Urbinge, deren Name nunmehr ein dunkler Schatten in den Legenden ist.
So spaltete sich das Volk der Zwerge auf, und es gab die großen Meister des Bergbaus, die Bergzwerge, die Kunstfertigen, die man heute Diamantzwerge nennt, und die Kampfesstarken, welche die Erzzwerge sind. Und sie alle begannen, neue Berge zu entdecken, und bauten neue Bingen in fernen Landen.
Eines Tages jedoch beging Vater Erde einen schrecklichen Fehler: er verband sich mit der Luft, und gemeinsam hatten sie acht Kinder, welche die schrecklichen Drachen sind. Mutter Feuer war sehr zornig, und sie sagte der Luft den Krieg an.
Und natürlich hielten die Zwerge zu ihrer Schöpferin, und ein Krieg zwischen Zwergen und Drachen entbrannte. Zwar waren die Drachen nicht so zahlreich wie die Zwerge, aber sie waren gewaltig, flogen in der Luft und spieen Pest und Feuer auf die Zwerge herab. Sie brachen in ihre Bingen ein, töteten jeden Zwerg, den sie finden konnten, und raubten ihre Schätze. Das brach Mutter Feuer das Herz, und so fasste sie einen Plan. Sie entführte einen Drachen, den alten Aurecodor, welcher der König der goldenen Drachen war, und sie gab ihm einen Kuß, der sein Herz erwärmte und ihn zu ewiger Treue Mutter Feuer und den Zwergen gegenüber verpflichtete. Und so kam Aurecodor mit den Seinen und stritt eine Schlacht gegen die Schwarzen Drachen, denn dies waren die bösartigsten und verschlagensten, die den tiefsten Hass gegen die Zwerge hegten, und schlug diese zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Bingen zerstört und Zwerge getötet worden.
Doch Aurecodor rettete ihr Volk, und seitdem nennt man die goldenen Drachen "Hüter der Zwerge". Die Luft wiederum war äußerst verärgert darüber und wollte die Niederlage nicht ungesühnt lassen. So ergriff sie sich einen Teil der Zwerge und vergiftete ihre Herzen mit Bruderhaß. Diese Zwerge waren die Dunkelzwerge, wie man sie heute nennt, und in ewiger Feindschaft leben die drei anderen Völker mit ihnen. In Freundschaft hingegen lebten die Zwerge mit den Trollen, die auch Kinder des Berges waren. Die Trolle waren Riesen, und sie sprachen ähnlich den Zwergen. Sie lebten in friedlichen Allianzen nebeneinander, doch die Trolle dachten oft, sie seien zu Höherem erkoren, und sie wollten Vater und Mutter ganz nahe sein, einen Tunnel zu ihnen graben.
So taten sie dann auch und gruben viele tausend Meter in die Erde hinein und erregten damit Vaters Zorn, der sie bestrafte, indem er ihnen ihr gesamtes Wissen nahm. Ab diesem Zeitpunkt waren die Trolle nicht mehr klug und geschickt, vielmehr gingen sie gebückt, trugen kaum noch Kleidung und grunzten mehr als sie sprachen. Das war den Zwergen eine Warnung, niemals zu tief zu graben, wenn ihnen nicht das gleiche widerfahren sollte, und ein jeder Zwerg hält sich bis heute daran.
Die Zwerge heute
I. Völker
Bei den Zwergen kann man in Diamantzwerge, Bergzwerge und Erzzwerge unterscheiden, was auf der unterschiedlichen Verbreitung auf dem Kontinent und den abweichenden Vorlieben zurückzuführen ist.
Die Diamantzwerge leben hauptsächlich im westlichen Kontinentalgebirge, dem "Ardol Eternia", dem Gebirge, in dem es noch vereinzelt reiche Diamantvorkommen gibt. Natürlich halten die Diamantzwerge diese Orte streng geheim, und selbst wenn eine hundertfache Übermacht eine der schwer befestigten Bingen einnehmen sollte, würden sie in tausend Jahren nicht die geheimen Tunnel und Wege zu diesen sagenhaften Diamantminen finden. Ihre Sprache Gemmanti ist, wegen ihrer peniblen Genauigkeit, die Sprache, deren Grammatik am weitesten entwickelt ist. Und auch wenn es sich kein Anderer vorstellen kann, so sind die Diamantzwerge - trotz ihrer zwergentypischen wulstigen Finger - die besten Feinschmiede weit und breit, und so kommen die kostbarsten Schmuckstücke und die am meisten ausgefeilten Werk- und Spielzeuge aus den Reihen der Diamantzwerge. Dementsprechend ist eine Ausbildung bei einem Diamantzwerg zum Feinschmied bei anderen Zwergen sehr hoch angesehen.
Die Bergzwerge hingegen leben im östlichen Kontinentalgebirge, dem "Titanenwall", welches seinen Namen nicht von ungefähr hat. Hohe Bergflanken erstrecken sich von Südwest nach Nordost und von Südost nach Südwest, so weit das Auge reicht, und ein ungebildetes Auge könnte meinen, dass in diesen Landschaften niemand länger als eine Woche überleben könnte. Die Bergzwerge jedoch fristen dort nicht nur ihr Leben, sie haben es zu einer sagenumwobenen Kunst erhoben: der Steinmetzkunst. Ihre Bingen besitzen die schönsten Hallen und gelten zugleich als uneinnehmbar. Ebenfalls pflegen sie das Gebirge und den Stein, wie manch Anderer die Pflanzen in einem Garten. Ihre Sprache, das Montaru, ist dementsprechend mit Wörtern vollgepropft, die Strukturen von Steinen, Formen von Statuen, Säulen und Mauern und sogar einundzwanzig unterschiedliche Härten und Eigenschaften von Felsen beschreibt. So ist es auch nicht unüblich, dass sich reiche Städte anderer Völker von den Bergzwergen Stadtmauern oder ganze Tempel für die Ewigkeit errichten lassen.
Wenn ein Mensch meint, die Zwerge seien die uneingeschränkten Meister des Schmiedens, dann meint er konkret die Erzzwerge. Bekannt ist ihre Kunst in den ganzen Landen, was daran liegt, dass sie sich überall niederlassen, wo Erzvorkommen vorhanden sind. Das bezieht das "Ardol Eternia", den "Titanenwall" und auch jedes andere Gebirge auf dem Kontinent mit ein. Dementsprechend ist das Artellur, ihre Sprache, unter den Zwergen weit verbreitet und besitzt auch einige Einflüsse aus den beiden anderen Sprachen.
II. Allgemeine Wesenszüge
Sturheit und Beharrlichkeit
Eine der zwergischen Grundnaturen ist die Sturheit. Dies mag man allerdings auf zweierlei Weisen betrachten. Zum Einen bedeutet Sturheit für alle die mit einem Zwerg in einer zwischenmenschlichen Beziehung stehen, dass es Stunden oder gar Tage dauern kann, bis man einen Zwerg von einer anderen Meinung überzeugen kann als er sie vertritt - sofern dies überhaupt gelingen sollte. Das Schlimmste hieran ist, dass es kaum einen Unterschied zu machen scheint, wie schlagkräftig die Argumente sind, da der Zwerg sie vorerst alle verneinen wird.
Ein Zwerg wird niemals von dem einen auf den anderen Augenblick zugeben, dass er etwas nicht erkannt oder gar falsch verstanden hat. Er wird sich vorerst nicht mehr zu dem Thema äußern und in seinem Innersten darüber sinnieren. Erkennt er dann, dass ein Anderer vielleicht doch Recht hat, überdenkt er die Argumentation sehr gründlich. Revidiert er seine Meinung nun, tut er dies aber nur sehr widerwillig kund, viel eher wird er versuchen, es so aussehen zu lassen, als habe er nie eine andere Meinung vertreten.
Hierfür gibt es ein besonders gutes Beispiel des großen Drachenkriegers Arxoc des Großen, Sohn des Gorosch. Er befand sich mit seinen Gefährten in der Stadt Brogard, und gemeinsam überlegten sie, wie sie dem grünen Drachen, der die Umgebung terrorisierte, zu Leibe rücken konnten. Die Elbin Mylene schlug vor, den direkten Kampf zu meiden, und statt dessen dem Drachen mit einer List zu begegnen. Sie schlug vor, sich heimlich zu nähern und die Eingänge seiner Höhle zum Einsturz zu bringen, auf dass der Drache für ewig gefangen sei. Arxoc war davon nicht sehr angetan und zeterte wegen all der Kostbarkeiten, die in der Höhle für immer verschollen bleiben würden. Er beharrte darauf, dem Drachen den Kopf abzuschlagen.
Tage später erreichten sie dann das Gebiet, in dem der Drache wütete, und als Arxoc das gewaltige Ungetüm aus einem Versteck heraus erblickte, überkam ihn die Furcht; und als Mylene ihn fragte, wie er denn nun verfahren wolle, sagte er : "Na, so wie ich es am Anfang vorschlug. Wir schleichen uns zum Eingang der Höhle und bringen sie zum Einsturz. Aber das sagte ich doch bereits..."
Andererseits bedeutet Sturheit ja auch Beharrlichkeit. Wie oben bereits erwähnt, wird ein Zwerg sich nicht so leicht von seiner Meinung oder einem Vorhaben abbringen lassen. Selbst dann, wenn alle bereits völlig entmutigt sind, wird ein Zwerg noch an das Gelingen seines Vorhabens glauben: "Irgendwie wird es schon gelingen." Sicherlich mag dies in manchen Fällen äußerst leichtsinnig sein, doch in anderen wird es von Erfolg gekrönt.
Deutlich wird dies vor allem auch im Krieg. Während des großen Orkkrieges im dritten Zeitalter wurde die uralte Binge Xar`Tasroth von einer mindestens fünffachen Übermacht von Grünhäuten belagert. Während jede menschliche Siedlung die Situation als hoffnungslos bezeichnet und aufgegeben hätte, verharrten die Zwerge in ihrem Heim, kämpften selbst nach der Vernichtung des Haupttores erbittert um jeden Zentimeter und gewannen den Kampf.
Auch kann hier die Geschichte des Zwergenschmiedes Frogom erzählt werden. Sein Ziel war es, eine prächtige Axt zu schmieden, die zum krönenden Abschluss eine Gravur eines Drachen erhalten sollte, dessen Auge eine Mondperle sein sollte. Alle waren sehr angetan von seiner Arbeit, lachten ihn jedoch der Mondperle wegen aus. Denn strittig war, ob es diese überhaupt gibt, und wenn es sie den geben sollte, dann nur bei den Elben. So machte sich Frogom auf den weiten Weg zu den elbischen Wäldern, und es kostete ihn Stunden der Überredung, bis die Waldelben den beharrlichen Besucher überhaupt mit verbundenen Augen zu ihren Heimen führten, doch er liess sich einfach nicht abwimmeln. Im Folgenden fragte er wohl jeden Elben, ob er nicht eine Mondperle besitze. Ein jeder verneinte dies, nur einer beging den Fehler, den Zwerg zu fragen: "Und wenn es so wäre?" Nach diesem verheerenden Satz liess der Schmied nicht mehr locker, Tag um Tag fragte er den Elben erneut, bis dieser es Leid war und Frogom die gesuchte Perle vor die Füße warf, auf das dieser ihn nur nicht weiter belästige.
Gier und Geiz
Ebenfalls angeboren zu sein scheint einem jeden Zwerg das unstillbare Verlangen nach Wertgegenständen nahezu jeglicher Art. Eine besondere Vorliebe jedoch besitzen sie für Gold, Silber und Juwelen, eine Vorliebe, die die eines Menschen bei weitem übersteigt. Die Gier eines Zwerges wird ihn in manchen Situationen zu den unüberlegtesten Handlungen führen, denn für eine entsprechende Summe wird er sich in die größte Todesgefahr begeben.
Ein Zwerg scheint Gold geradewegs zu riechen, denn wer einen des kleinen Volkes einmal durch ein dunkles Höhlensystem irren sah, während er schnupperte und scheinbar nur seiner Nase folgte, und am Ende tatsächlich an einem entlegenen Winkel der Höhle eine Goldader oder einen Beutel voll Gold entdeckte, der wird wissen, wovon man redet.
Wie unüberlegt ein Zwerg handeln kann, und welche Folgen daraus entstehen können, zeigt das folgende Beispiel. Der junge Zwerg Drog befand sich mit einigen Gefährten auf der Schatzsuche. Sie fanden an einem Berg einen verborgenen Eingang und durchquerten etliche Gänge, doch bald kamen sie an eine große Halle. Alles war bisher sehr einfach gewesen, und am Ende der Halle sah man einen gewaltigen Berg von Schätzen, lediglich einige geschwärzte Gatter auf dem Boden und ein rußiger Geruch weckten den Gefahreninstinkt aller Schatzsucher, lediglich Drog, der den Schatz erblickt hatte und dessen Augen nun funkelten, rannte sofort los. Er hatte nur noch Augen für die Reichtümer, die da vor ihm lagen, und so hörte er auch nicht mehr die Warnrufe seiner Freunde, als er bereits das erste Gatter erreicht hatte. Er trat darauf, und eine Flammensäule stieg empor, und von dem armen Drog blieb nur noch ein Häuflein Asche übrig.
Zudem neigt jeder Zwerg dazu, sein Vermögen auf den Kreuzer genau zu kennen, und nach Möglichkeit auch keinen davon auszugeben. Dies nennt man gewöhnlich Sparsamkeit, doch bei einem Zwerg bezeichnet man es besser Geiz. Denn wenn er vor der Wahl stünde, das Einzelzimmer für einen Taler oder den Stall für einen Silberling zu nehmen, dann kann man sich sicher sein, dass er den Stall bevorzugt. Auf der anderen Seite mag es sein, dass er sich in etwas verbissen hat, vielleicht ein wunderschönes Schmuckstück. Und dann mischt sich Beharrlichkeit mit Geiz, und davon berichtet das folgende Geschichtlein.
Ein Zwerg hatte sich in einen wunderschönen Brilliantring verguckt und wollte ihn um alles in der Welt besitzen. Die Summe, die der Händler forderte, war er jedoch, um alles in der Welt, nicht bereit zu zahlen. Also begann er, mit diesem zu feilschen. Er begann am frühen Morgen, und als die Dunkelheit bereits hereingebrochen war, stand er immer noch vor dem Tresen des Händlers. Dieser wusste mittlerweile gar nicht mehr, wo ihm der Kopf stand, und verstand die Welt nicht mehr. Er hatte dem Zwerg schon äußerst günstige Angebote gemacht, und dann, als dieser nicht darauf eingehen wollte, gesagt, dass er dann doch gehen solle wenn es ihm zu teuer schiene. Doch dieser hatte ihn immer wieder davon überzeugen können, warum gerade er den Ring besitzen müsse, und dass er noch zu teuer sei. Am Ende schließlich verkaufte er den Ring zu einem Preis, den er am nächsten Morgen schwerlich bereute.
Zechen, Singen und Feiern
Eine Sache die ein jeder Zwerg wohl über alles liebt, ist ein gutes Gelage. Die standhafte Natur der Zwerge ist auch hier deutlich zu erkennen, denn mit Erstaunen kann man beobachten, wie sie einen Krug Gerstensaft nach dem anderen leeren, und der Alkohol darin ihnen nur wenig anzuhaben scheint. Während die meisten Menschen schon lange volltrunken unter den Tischen liegen, genehmigt sich der Zwerg noch ein gemütliches Bierchen zum Schluss des Festes.
Deutlich wird dies auch bei dem berüchtigten Zwergenschnaps, der an Prozenten wohl alles andere überbietet. Seine Herstellung ist streng geheim, und noch niemandem ist es gelungen, das hochprozentige Gebräu zu kopieren. Aus diesem Grunde werden für echten Zwergenschnaps auch horrende Preise bezahlt.
Ähnlich verhält es sich mit den Speisen. Man wird immer wieder erstaunt sein, was ein Zwerg so im Laufe eines Tages zu sich zu nehmen vermag. Denn hier kann ich euch den Speisplan des zwergischen Wirts Dromosch aus Xar'Borosch anführen, den mir seine Frau heimlich zuschickte. Doch lest selbst.
"Am frühen Morgen, nachdem er aufgestanden ist, bringt ihn nur ein gutes Maß Zwergenbier auf die Beine. Dann beginnt er mit dem Frühstück, einen ganzen Laib Brot mit Wurst und Käse verputzt er hier. Dann beginnt er, alles für die Gäste fertig zu machen, und um die Mittagszeit setzt er sich zu den Gästen und nimmt ebenfalls seine erste Mahlzeit zu sich. Spätfrühstück nennt er das, wenn er seinen Eintopf und Hackbraten mit Kartoffeln isst. Natürlich wird dann der Magen mit einem Schnaps gereinigt, und jetzt wird das Bier schön und gleichmäßig über den Tag verteilt. Etwas später isst er dann erneut eine ganze Mittagsmahlzeit, und gegen Abend wieder einen Laib Brot. Dann trinkt er aber, ich weiß bis heute nicht warum, ein großes Glas Milch dazu, und sagt mir immer nur, dass dies ihm am nächsten Morgen helfe, wieder fit zu sein."
Ein zwergisches Fest besteht jedoch nicht nur aus "Fressen und Saufen", denn entgegen allen Gerüchten sind viele Zwerge ausgezeichnete Musiker und Sänger. Dann beginnt einer ihrer Barden mit musikalischer Untermalung eine Geschichte anzustimmen, und die zwergischen Epen sind meist extrem lang und mit vielen Liedern versehen. Bei diesen Liedern stimmen dann die meisten Zwerge mit ein, und wahrlich, leicht wird man ergriffen, mit ihnen zu singen und zu tanzen, so eine stimmungsvolle Atmosphäre entsteht.
Sicherlich sind die zwergischen Stimmen nicht so hell und klar wie die der Elben, aber dennoch wäre es gelogen, zu sagen, dass Zwerge nicht singen können.
Zwerge und das Reiten
Oft wird der Zwerg sagen, wenn Pferde oder Ponys für eine Reise beschafft wurden: "Ich kann nicht reiten." Nun, zum einen entspricht dies der Wahrheit, da ein Zwerg durch seinen Körperbau durchaus den schlechteren Stand hat, auf einem Pferd zu reiten. Bei einem Pony jedoch ist es ihm durchaus möglich. Der viel wichtigere und wahre Grund ist allerdings, dass der Zwerg es hasst, keinen Boden unter den Füßen zu haben, mit den Füßen sozusagen in der Luft zu schweben. Das verursacht bei ihm ein Gefühl der Unsicherheit, in besonders schlimmen Fällen gar Angst.
Allerdings berichten Geschichten von zwergischen Druiden, die Wildschweine als Reittiere abgerichtet haben, ähnlich wie es manche Stämme der Goblins tun. Wer jedoch zuerst auf diese absurde Idee kam, weiß keiner.
Zwerge und das Wasser
Mit dem Wasser verhält es sich ähnlich wie mit dem Reiten. Wieder hat der Zwerg keinen festen Boden unter den Füßen. Zwar besitzt jeder Zwerg von Natur aus eine gewisse Abneigung gegen das Wasser, dass sie sich nicht waschen ist allerdings ein weit verbreiteter Irrglauben. Sie waschen sich nicht mehr oder weniger als andere Völker auch. Vielleicht ist das Gerücht daher entstanden, das die Zwerge in den allermeisten Fällen in Bingen leben und keine Städte oder Dörfer an der Oberfläche besitzen. Denn in solchen Bingen hält sich ein Geruch weitaus länger und wird nicht so schnell von der Luft verweht.
Schwimmen hat nahezu kein Zwerg gelernt, wozu auch. So fürchtet sich allerdings kein Zwerg vor einem Wasserrinnsal oder ekelt sich gar davor. Allerdings schreckt es sie ab, sich ganz und gar in diesem Element zu befinden. Diese Angst liegt wohl in der Geschichte der Zwerge verborgen, denn wenn unkontrolliert Wasser in ihre Minen und Stollen eindrang, dann war dies eine fürchterliche Katastrophe, die meist viele Tote forderte.
So verhält es sich auch mit Schiffen. Der Gedanke, auf einer hölzernen Nussschale zu schwimmen und um sich herum nichts als Wasser zu wissen, verursacht bei manchen Zwergen eine fast panische Angst, und so braucht es schon gewaltige Überredungskünste, einen Zwerg auf ein Schiff zu bringen. Davon berichtet folgende Geschichte.
Arxoc der Große befand sich mit seinen Gefährten in der großen Hafenstadt Tel'Akbir. Gemeinsam wollten sie in das Königreich Britanor, welches von hier aus in etwa 5 Tagen mit dem Schiff über das Grüne Meer zu erreichen war. Alle Überredungskunst half nichts, Arxoc weigerte sich. Und so heckten die Gefährten einen Plan aus, ihm am frühen Morgen Schlafpulver unter das Essen zu mischen und ihn dann auf das Schiff zu verladen. Arxoc jedoch ahnte etwas Derartiges, denn schon einmal hatten sie ihn mit einer List auf einen solchen Kahn gelockt, und es war ein grauenhaftes Erlebnis. So hinterließ er eine Nachricht er habe den Landweg genommen, entweder sie sollten folgen oder in Britanor auf ihn warten. Letztendlich kam er allein, mit 50 Tagen Verspätung, in Britanor an.
III. Äußeres
Allgemein werden Zwerge als klein und dick bezeichnet, was man natürlich niemals in Anwesenheit eines Zwerges erwähnen sollte. Sie reichen nämlich von einen bis fast zwei Schritten und können sich durchaus von einander unterscheiden. Bergzwerge sind zum Beispiel ziemlich groß und sehr breit gebaut, wobei sie sich klar von den eher kleineren und minder muskulösen Diamantzwergen unterscheiden. Die stämmige Mitte bilden klar die Erzzwerge. Doch wie es so oft ist, haben sich diese Wesenszüge im Laufe der Zeitalter verwischt, und einem Außenstehenden fallen sowieso nicht die feinen Unterschiede auf. Auch sind Zwerge keinesfalls hässlich. Das bärtige Gesicht eines Zwerges zeigt oft Weisheit, Güte und Liebe - vorausgesetzt er ist satt, nicht wütend, steht keinem Drachen, Ork, Dunkelzwerg oder anderen Feind gegenüber, hat festen Boden unter den Füßen, hat Recht und genügend Bier und Schnaps intus. Zwerge sind nicht unsterblich, können jedoch sehr, sehr alt werden, wenn ihr Leben glücklich verläuft. Einige munkeln sogar, dass sie ewig leben könnten, wenn sie sich nicht dauernd über irgendwelche Sachen so furchtbar aufregen würden. Übrigens ähneln sich Frauen und Männer bei den Zwergen sehr, und kein Aussensteher könnte sie unterscheiden, was wohl daran liegt, dass die wenigen Frauen sich immer um den seltenen Nachwuchs kümmern und kaum ausserhalb einer Binge gesehen werden.
IV. Religion
Zwerge glauben nicht nur an Mutter Feuer und Vater Erde, weil auch kein Anderer nur "glaubt", dass seine leibliche Mutter auch wirklich seine Mutter ist. Die Zwerge wissen einfach, woher sie stammen, und halten es so auch mit ihrer Religion. Niemals würde ein Zwerg seine Herkunft anzweifeln, weder die von seinen nächsten Verwandten oder die von Feuer und Erde. Ungläubige gibt es nicht, und so muss auch niemand überzeugt werden. Die zumeist riesigen Tempelanlagen dienen zur Ehrung und zum Gespräch mit den Eltern und werden natürlich täglich besucht, wobei die Priester dort nur zur Pflege der Anlagen dienen. Ebenfalls werden noch vier Drachen, der goldene Aurecodor, der silberne Agerodon, der bronzene Arcorodon und sein Bruder, der kupferne Aendrius, wegen ihrer Hilfe im Krieg gegen die bösen Drachen verehrt. Der große Goldene wird wegen seinem Mut im Kampfe von den Kriegern besonders verehrt, wobei hingegen der silberne Agerodon von den Steinmetzen wegen seiner Beständigkeit und von den Armbrustschützen wegen seiner Durschlagskraft verehrt wird. Der bronzefarbene Arcorodon wird von den Grobschmieden geliebt und der kupferne Aendrius von den Feinschmieden. Der Glaube der Menschen wird zwar respektiert, aber auch nur belächelt, da die unwissenden Menschen alles falsch interpretiert haben. Natürlich gibt es viele Parallelen, wie zum Beispiel die Verehrung der Drachen, doch sind es bei den Menschen natürlich gänzlich die falschen Gründe, weil sie nicht ihrer wahren Herkunft bewusst sind. Der mangelnden Verehrung der Elemente Feuer und Erde und teilweisen Huldigung von Wasser und Luft wird auch öfters kritisch gegenüber gestanden, wobei es auch schon zu Streitereien gekommen ist.
V. Verhalten gegenüber anderen Rassen
Ein Zwerg wird stets seinem Volk den Vorrang geben, sei es beim Handel oder im Kampf.
Selten wendet sich Zwerg gegen Zwerg. Im Umgang mit anderen sind sie oft mürrisch und einsilbig, wenn etwas nicht nach ihrem Willen geht. Für gewöhnlich leben die Zwerge in ihren Bergfestungen unter sich, da dort auch selten ein Zugehöriger eines anderen Volkes Zugang gewährt bekommt. Jedoch ist es nicht selten, dass sich ein Zwerg auf Reise begibt, um ein paar Abenteuer zu erleben und gleichzeitig ein paar wertvolle Gegenstände zu ergattern.
Menschen:
Menschen sind in den Augen der meisten Zwerge Kinder und sind viel zu unbeständig, um ihnen ohne gründliche Prüfung auf Dauer zu vertrauen. Wenn sie einmal ein erwachsenes Alter erreicht haben, sind sie entweder zu schwach oder kurz vor dem Sterben. Der Kontakt zu den Menschen entsteht häufig durch den Handel, vorausgesetzt, die Bezahlung ist für den Zwerg zufriedenstellend. Dabei wird es praktisch nicht vorkommen, dass ein Zwerg eine Handwerksarbeit von einem Menschen eintauscht, da ihre Arbeit durch ihre mangelnde Erfahrung selbstverständlich nicht gut sein kann. Wenn es um einen gemeinsamen Feind geht, kann es schon vorkommen, dass sich Zwerge und Menschen gemeinsam zur Wehr setzen. Selten kommt es dabei auch vor, dass echte Freundschaften entstehen. Wenn einer einem den Rücken frei hält und sich dabei nicht all zu dumm anstellt, kann er ja kein schlechter Kerl sein.
Elben:
Die Begegnungen zwischen Zwergen und Elben fangen häufig mit kleinen Sticheleien an und enden in einen langen Streit, der auf die ewige Rivalität der unterschiedlichen Lebensräume und Lebensweisen aufbaut. Aber es kommt nie zu Tätlichkeiten, da sie sich Grunde ihres Herzens respektieren. Das liegt einerseits daran, das die Elben seit zwergengedenken in Luminor lebten, und somit ihnen nicht eine gewisse Unwissenheit nachgesagt werden kann, und andererseits an ihren steten Einsatz für das Gute. Ebenfalls ist ihre Handwerks- und Kriegskunst etwas höher angesehen als die der Menschen. Freundschaften zwischen beiden Völkern entstehen sehr selten, und wenn, dann durch einen längeren gemeinsamen Kampf gegen einen Feind. Bis dieses Bündnis aber erst geschlossen ist, müssen vorher einige Sachen, wie die Vorgehensweise, die Führung oder andere Sachen festgelegt werden, natürlich zu Gunsten der Zwerge. Wenn es dann zu Stande kommt, wird der Zwerg unentwegt beweisen wollen, dass er alles viel besser kann.
Orks:
In der Vergangenheit kam es zwiscehn den Orks und den Zwergen oft zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Diese Kriege wurden zumeist um Territorien oder Waren geführt.Doch in der jüngeren Vergangenheit sind die Zwistigkeiten zumindest aufgeschoben.
Aus Sicht der Zwerge haben die Orks zwar kein Verständnis der Welt, aber immerhin haben sie genug Willenskraft bewiesen, sich nicht von diesem dahergelaufenen Göttersohn Tendramon einspannen zu lassen. Die alten Abneigungen sind zwar nicht vergessen, aber da nur noch wenige Orks leben, die vor dem 2. Tendramonkrieg gegen die Zwerge kämpften, kann man den unwissenden grünen Kindern nicht mehr allzu viel vorwerfen. Immerhin haben sie sich in den letzten Jahren ruhig verhalten.
Doch vertrauen werden die Zwerge den Orks nie. Auf der einen Seite leben sie noch kürzer als die Menschen und daher kann sich da schnell ein gedanklicher Wandel einschleichen. Auf der andern Seite vergisst ein Zwerg nicht. Daher ist das Verhalten der Zwerge den Orks gegenüber von sehr großem Misstrauen geprägt. Ein Zwerg würde wohl nie einem Ork den Rücken zu drehen oder ihn aus den Augen lassen.
Verdammte:
Die Verdammten sind aus Sicht der Zwerge völlig fehlgeleitete Kinder. Die Menschen selbst verstehen die Welt nicht, aber die Verdammten glauben definitiv das Falsche. Im Großen und ganzen ist das ein Problem der Menschen, aber wenn die Pläne der Verdammten die Zwerge betreffen, werden die Zwerge sie zu vereiteln wissen. Hierbei werden die Zwerge sogar ablehnen, sollte es zu ihrem Vorteil sein. Mit solchen Leuten sollte man bestenfalls keinen Kontakt haben.
Zu Streitigkeiten kommt es mit den Verdammten allerdings nur im selben Rahmen wie bei den Menschen. Zumindest, wenn man davon ausgeht, dass die Verdammten die Zwerge nicht reizen. Denn ein wütender Zwerg ist kein angenehmer Gegner.


































