Die Elben
Elbenguide
Die Geschichte der Elben
Viele Sagen ranken sich um das Volk der Elben - oder besser gesagt, um die Völker der Elben. In längst vergessenen Zeiten einstmals vereint, waren sie die herausragendste Schöpfung der Urgötter, und in den Überlieferungen sagt man, dass sie dereinst gemeinsam mit den Göttern auf Luminor wohnten. Große Macht und Wissen wurde ihnen damals zuteil, welches wohl gehütet und bewahrt wurde. Noch aus dieser Zeit stammen Erkenntnisse, die den anderen sterblichen Rassen verschlossen blieben. Die elbischen Reiche erblühten und es entstanden Städte mit Mauern aus weißem Marmor und Dächern aus purem Gold, Städte gewachsen aus mächtigen Eichen und Tannen, welche ihre Äste so formten, wie die Elben sie darum baten, Städte voll von Licht und Sternenglanz.
So lebten die Elben zunächst unter sich, doch irgendwann trafen sie bei ihren Erkundungsreisen auf die Menschen, welche in den Landen östlich der Elbenreiche weilten. Diese führten ein einfaches Leben, ernährten sich von der Jagd und dem Sammeln von Früchten. Ihre Häuser waren Höhlen oder Hütten aus Lehm und Stroh, und sie trugen einfache Stoffe oder Felle als Kleidung. Da lehrten die Elben die Menschen viele Dinge, die sie nicht kannten, und brachten ihnen Geschenke, so dass beide Völker fortan in Freundschaft lebten.
Glückliche Zeiten waren es, bis schließlich der Schrecken über Luminor hereinbrach. Die dunklen Götter hatten die Welt endlich gefunden und schickten sich an, diese zu verheeren. Da sprachen die Lichten zu den Elben: Sehet die Schatten, die über das Land ziehen. Die Zeit ist gekommen, da unsere Brüder uns gefunden haben und wir uns ihnen entgegenstellen müssen, auf dass diese Welt nicht untergehe. So rüsteten sich die Elben, und auf Seiten der Lichten Götter fochten sie, bis die Dunklen endlich besiegt worden waren. Doch das Gesicht der Welt hatte sich in diesem Jahrhunderte andauernden Kampf unwiederbringlich gewandelt. Das Land war verwüstet, ganze Reiche zerstört und unzählige Leben ausgelöscht.
Da weinten die Götter und beschlossen, sich eine neue Heimat zu suchen, fernab von den Sterblichen und unerreichbar für diese. Und die wenigen überlebenden Elben sahen auf die Trümmer ihrer einstmals prächtigen Städte. Kein Glanz erhellte Luminor mehr, und andere Rassen waren zum Vorschein gekommen und aufgestiegen. Die große Zeit der Elben war vorbei, und viele schickten sich an, die alte Welt zu verlassen.
Die Elben heute
I. Völker
Zwar prägten sich im Laufe der Zeit und auch schon vor dem Krieg der Götter bei den Elben verschiedene Lebensweisen aus, nach dem Ende des Krieges kam es jedoch zu einer endgültigen Spaltung, so dass man nun zwischen vier eigenständigen Elbenvölkern unterscheidet, basierend auf der Entscheidung, die sie damals gefällt hatten.
Zunächst wären da die Waldelben, welche es wohl vorzogen, sich in die Wälder zurückzuziehen, in deren Schutz sie fortan leben wollten.
Die meisten der Hochelben hingegen wählten den beschwerlichen Weg über das ewige Gebirge im Westen, und es heißt, sie hätten jenseits davon neue Städte errichtet.
Die Seeelben wiederum stachen mit ihren Schiffen in See und segelten weit über die bekannten Meere hinaus. Nur wenige vermögen zu sagen, an welchen Ufern sie landeten.
Selbst unter den Elben ein Mysterium aber sind die Lichtelben. Ursprünglich zusammen mit den Hochelben gezogen, ließen sie sich nicht alsbald nieder, sondern setzten den Weg fort, wohl in der Hoffnung, das neue Land der Götter zu finden.
II. Allgemeine Wesenszüge
Von nun an lebten die Elben eher zurückgezogen, blieben sich und ihrer Aufgaben jedoch stets treu und bewusst. Geringer zwar an Zahl, hatten sie jedoch von ihrem Wissen und ihren Fertigkeiten nichts eingebüßt. Allmählich kristallisierten sich neue Reiche heraus, welche wahre Horte von Wissen und Kultur sind. Musik und Tanz, aber auch gutes Essen sind einem jeden Elben ein wahrer Genuss, ihre Fertigkeiten darin unübertroffen.
Alle Elben sind sehr naturverbunden. Sie erfreuen sich an jeglichen Schöpfungen Verenias, selbst an jenen, die Sterbliche schlicht als gegeben hinnehmen. Eine besondere Zuneigung hegen sie zu dem Mond und den Sternen.
Auch edle Stoffe, kostbare Schmuckstücke und funkelnde Edelsteine werden von den Elben hoch geschätzt, jedoch nicht wegen ihres materiellen Wertes, sondern allein aufgrund ihrer eigenen Schönheit und der Kunstfertigkeit, die in der Verarbeitung steckt, denn Streben nach Reichtum ist den Elben fremd. Was sie begehren, begehren sie aus ideellen Gründen. Kein Elb käme auf die Idee, Gold als Zahlungsmittel anzuhäufen. Zum Einen, weil sich daraus viel besser wunderschöne Ringe, Ketten und sonstige Schmuckstücke fertigen lassen, zum Anderen, weil es gar nicht notwendig ist. Geschäfte innerhalb der Elbengemeinschaft basieren eher auf einer Tauschbasis. Wer etwas von einem anderen erhält, gleicht dies auf irgendeine Weise mit einem anderen Gefallen aus.
Gefühle wie Neid, Habgier, Egoismus oder Missgunst sind ihnen dabei vollkommen fremd. Vielmehr sehen sie dies als eine Schwäche der Sterblichen Rassen an. Elben leben für die Gemeinschaft. Jeder hat in ihr seinen Platz und seine Aufgaben, zusammen ergänzen sie sich zu einem Ganzen.
Dieser ausgeprägte Gemeinschaftssinn erklärt auch, warum es unter den Elben keine Einzelgänger gibt. Ein jeder liebt die Nähe zu seinem Volk. Sollte er aus irgendwelchen Gründen längere Zeit alleine oder unter Angehörigen anderer Rassen verweilen müssen, so wird er sich alsbald nach der Gesellschaft anderer Elben sehnen.
Oftmals werden die Elben als eine friedliebende Rasse bezeichnet, welche Waffengewalt verabscheut. Bei näherer Betrachtung stellt sich dies jedoch als eine falsche Einschätzung durch die Sterblichen heraus, die das Wesen und Wirken der Elben schlicht nicht zu verstehen vermögen. Sicher lieben sie den Frieden, doch nicht mehr oder weniger als beispielsweise die Menschen. Nur weil sie weitaus weniger kriegerische Auseinandersetzungen führen, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht dazu bereit oder in der Lage wären.
Das man sie dennoch als äußerst friedlich und zuweilen gar als feige bezeichnet, liegt daran, dass die Elben sich nicht in jeden kleinen und für das Weltgeschehen unerheblichen Konflikt einmischen, jedoch wissen sie recht genau, wann es Zeit zu kämpfen ist - und Gnade ihren Gegnern, wenn es soweit sein sollte, denn im Laufe der Zeit haben sie keine ihrer Fertigkeiten im Kampfe verloren.
III. Äußeres
Elben sind stets von schlanker und auffallend großer Statur, 2 Schritt und größer sind keine Seltenheit. Ihre Gesichter sind fein geschnitten, die Haare tragen sie zumeist lang, so dass sie ab und an die zierlichen, spitzen Ohren verdecken. Nicht umsonst hat sich bei den Menschen das geflügelte Wort "elbengleich" für außerordentliche Schönheit eingebürgert.
Die größte Gabe der Götter an die Elben jedoch ist die ihnen verliehene Unsterblichkeit. Zwar ist es durchaus möglich, sie mittels physischer Gewalt zu töten, jedoch haben Alter und die meisten Krankheiten keine Auswirkungen auf sie.
IV. Religion
In der Tat stimmt es, dass die Götter in den alten Tagen Luminors unter ihrer ersten Schöpfung, den Elben, wohnten, bevor sie sich nach dem großen Kriege gegen die Dunklen endgültig aus Luminor zurückzogen. Nicht als Herrscher, sondern vielmehr als Lehrer traten sie auf, wobei einige der Sieben verschiedenen Gruppierungen der Elben besonders nahe standen. Während Verenia beispielsweise ihr Augenmerk vornehmlich auf die Waldelben richtete und diesen Wissen über die Natur vermittelte, waren es Iuris und Artifex, die sich der Hochelben annahmen.
Somit glauben die Elben also nicht nur an die Götter, nein sie wissen um deren Existenz. Tempel und Priester der verschiedenen Götter gibt es daher bei ihnen nicht, denn ein jeder ist ein Wissender. So richtet sich auch nicht alles Handeln der Elben nach den Geboten der Götter, welche die Elben in dieser Form, wie die Menschen sie pflegen, nicht kennen.
Entweder haben die Menschen die Gebote erfunden, oder die Götter mussten sie ihnen als Anleitung geben, doch das große und alte Volk der Elben bedarf einer solchen Anleitung nicht. Zwar ehren sie alle der Sieben, jedoch stehen sie denen nahe, die sie in der Vergangenheit am meisten gelehrt haben.
V. Verhalten gegenüber anderen Rassen
Im Allgemeinen wird das Verhalten der Elben von den sterblichen Rassen oft als oberflächlich, distanziert, hochmütig oder arrogant bewertet, was allerdings daran liegt, dass diese das Denken und Handeln der Elben nicht richtig verstehen. Aufgrund ihrer Unsterblichkeit und dem Wissen um die Götter und die Welt haben sie schlicht einen anderen Bezug zum Leben und wesentlichen Fragen, die die anderen Rassen beschäftigen. Insgesamt leben alle Elben sehr zurückgezogen und unter ihresgleichen, so dass Begegnungen mit anderen Rassen eher selten sind. See- und Lichtelben meiden die alte Welt gar gänzlich (bis auf wenige Ausnahmen). Den meisten Kontakt zu den Sterblichen dürften die Waldelben haben, gefolgt von den Hochelben.
Menschen:
So wie damals die Götter den Elben Wissen vermittelten, so taten es ihnen die Elben gleich und lehrten die Menschen, insbesondere die Medianer, ihrerseits viele Dinge. Mit der Zeit wuchsen Eigenständigkeit und auch Stolz der Menschen, so dass sich die Elben in der heutigen Zeit meist darauf beschränken, den Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zum einen schätzen sie die Götterfürchtigkeit, die den meisten Menschen innewohnt, zum anderen sehen sich die Elben aber auch in der Verantwortung, da die Menschen sehr leicht zu beeinflussen sind, diese auf den Weg des Lichtes zu bringen, bzw. zu halten. Viele Freundschaften zwischen den beiden Rassen sind bekannt, und einen Menschen, der in der Gunst des alten Volkes steht, werden die Elben stets versuchen, nach Kräften zu unterstützen. Den meisten Menschen stehen sie jedoch, bis er sich in ihren Augen als würdig erwiesen hat, etwas reserviert gegenüber, wohlwissend, dass er niemals das elbische Wesen in seiner Gänze zu erfassen vermag.
Zwerge:
Wohlbekannt auf ganz Luminor ist die Abneigung für einander, welche die Elben und Zwerge verbindet. Woher sie letztlich stammt, ist im Laufe der Zeitalter mehr und mehr in den Hintergrund geraten, so dass es heute niemanden mehr gibt, der dies sagen könnte. Vielleicht war es der Streit um kostbare Erze und Edelsteine, die beide Völker, wenngleich auch aus unterschiedlichen Gründen, begehren, vielleicht aber auch die grundverschiedenen Lebensweisen und Ansichten. Die Zeit der blutigen Auseinandersetzungen ist glücklicherweise vorbei. Im allgemeinen lässt sich sagen, dass die Elben den Zwergen sehr skeptisch gegenüber stehen. Sie suchen nicht von sich aus den Kontakt; Handel zwischen den beiden Völkern ist ausgesprochen selten. Begegnen sich Elb und Zwerg, sind kleine Sticheleien die Regel, ohne dass dies jedoch zu Tätlichkeiten führen würde. Auch wenn sie es nie zugeben würden, so respektieren sich Elben und Zwerge doch in einem hohem Maße. Denn sehr wohl wissen die Elben um die Tatsache, dass auch die Zwerge in ihrer Art glühende Anhänger der Lichten sind und sich somit des Öfteren als kampfkräftige und zuverlässige Unterstützung erwiesen haben. Ein gemeinsamer Feind verbindet sie zuweilen gar zu echten Freundschaften, die jedoch seltene Einzelfälle bleiben. Diesen gemeinsamen Feind aber bildet zumeist eine Dunkle Macht, wie es beim Dunklen Prinzen Tendramon der Fall war.
Orks:
Das Verhalten der Elben gegenüber den Orks ist von großem Misstrauen geprägt. Können sich doch viele Elben daran erinnern, wie die Orks blutige Kriege führten um ihr Territorium zu vergrößern, oder gar Partei für die Anhänger der Dunklen ergriffen. Doch haben es die Elben nicht vergessen, dass es die Orks waren, welche auf Seiten der Lichten gegen Tendramon kämpften und so die sichere Niederlage abwandten.
Dieser Zwiespalt im Verhalten der Orks ist es, den die Elben nicht verstehen. Auch wenn die Elben als weise und bedacht gelten, können sie die Orks nicht verstehen, da diese sich scheinbar nicht in die Weltansicht der Lichten und Dunklen Sieben einfügen. Daher ist das Verhalten der Elben durch eine hohe Vorsicht, bis zu einer starken Abneigung geprägt. Doch kommt es selten zu Zwischenfällen zwischen diesen Rassen, da die Elben die Orks zumindest als gute Kämpfer respektieren.
Verdammte:
Die Verdammten sind es, die den Elben in ihrem Tun am stärskten wiedersprechen. Sie haben sich den Dunklen Sieben verschrieben, jenen Wesenheiten, die es waren, welche die Schönheit der Alten Zeit zerstörten. Dies werden die Elben den Dunklen Sieben niemals verzeihen und so kommt es, dass sie jene Menschen, welche sie den Verdammten anschließen verabscheuen. Doch ist dies nicht gleichbedeutend mit blankem Hass. Vielmehr gibt es in den Elben ein ähnliches Gefühl, wie bei ihren gefallenen Brüdern und Schwestern, den Dunkelelben. Die Verdammten wurden verführt und verdienen daher Mitleid, doch dürfen sie deshalb nicht ihre Taten für die Dunklen vollbringen. Daher ist es den Elben ein Anliegen, die Pläne der Verdammten zu vereiteln, doch tun sie dies nur selten durch den Tod eines Verdammten. Denn eine Verdammnis in den Sieben Höllen hat keine Seele verdient.


































